Chronik

Schweizerische Pistolenschiessschule

 

Vorbeugend der Überalterung in den Pistolensektionen ist die Idee entstanden, durch gezielte Ausbildung das Pistolenschiessen attraktiver und effizienter zu gestalten. Forderungen in diese Richtung kamen mehrheitlich aus den Sektionen.

Um eine möglichst grosse Anzahl Sektionsmitglieder nach einheitlichen und bewährten Richtlinien auszubilden, soll der Verband für die Sektionen geeignete Pistolenschützen zu Instruktoren ausbilden. Er soll auch in der Lage sein, alle Disziplinen und Stufen des sportlichen Pistolenschiessens zu unterrichten: Doch im SRPV war niemand dazu in der Lage

1970

Zwei Mitglieder der Nationalmannschaft (Wulf Listenow und Reiny Ruess) entschlossen sich, auf rein privater Basis und ohne Auftrag eines Verbandes, eine Pistolenschiessschule ins Leben zu rufen. Sie stellen einen Katalog von Lektionen zusammen und teilten sich die Arbeit auf.

1971Zum 50 jährigen Bestehen des Schweizerischen Revolver- und Pistolenschützen Verbandes (SRPV) wurde ein Pilotschiesskurs in St. Moritz durchgeführt, an dem der Präsident des SRPV, Roland Hirni als Kursteilnehmer teilnahm. Er war sehr begeistert vom Schiesskurs und bot uns finanzielle Hilfe des SRPV an, die für die Sekretariatskosten und ungedeckte Kosten der Kurse aufkommen sollte.

1972

Die Schweizerische Pistolen Schiessschule (SPS) begann ihre Arbeit mit Ordonnanzpistolen Instruktor (OPI) Kursen, die während einem 3-tägigen Kurs die Schützen ausbildete. Die Zielvorgabe war, dass diese Instruktoren die einheitliche Ausbildung nach SPS-Richtlinien in die Sektionen tragen, und dort ihrerseits die SPS Lektionen weitervermittelten.

1974

In der Zwischenzeit meldeten sich auch die Matchschützenvereinigungen und der Schweizerische Matchschützenverband mit dem Wunsch, man möchte auch Kurse in den internationalen Schiessdisziplinen anbieten. Der erste Kurs wurde ausgeschrieben und war im nun ausgebucht. Der 5-tägige Kurs behandelte alle internationalen Programme, je eine Disziplin pro Tag: Luftpistole, Freipistole, Standardpistole, Grosskaliberpistole und olympisches Schnellfeuer.

Während der folgenden fünf Jahre wurden über 200 Instruktoren in der deutschen Schweiz, über 40 in der französischen Schweiz und über 25 in der italienisch sprechenden Schweiz ausgebildet:

1978

Bis dahin wurde in den Vereinen nur Ordonnanzpistole und sehr wenig Freipistole geschossen. Die Munitionskosten stiegen jährlich und hatten die Schmerzgrenze erreicht.

Die SPS war federführend bei der Einführung der Sportpistole im Vereinsschiessen. Hans Willi, der neue Chef SPS bearbeitete den Vorstand des SRPV und Reiny Ruess schrieb Artikel in die Schützenzeitung, um die Pistolenschützen vom Vorteil der günstigeren Munition der Sportpistole (SPK) zu überzeugen. Es hatte Früchte, die SPK wurde schon im Jahr darauf eingeführt. Auch das von der SPS eingebrachte Postulat, für Damen und Junioren, gemäss den internationalen Regeln, ein Abzuggewicht von 1000g zuzulassen fand Zustimmung.

1979

Nach der revolutionären Einführung der Sportpistole Kleinkaliber im schweizerischen Schiesswesen wurde das Kursangebot der SPS überarbeitet und die Schiessausbildung von der Instruktorenausbildung getrennt. Die Anwärter für die Instruktion wurden nun im neu erstellten Instruktorenkurs (IK1), effizienter auf ihre kommenden Aufgaben vorbereitet. Alle Teilnehmer mussten als Basis zuerst die Schiesskurse absolviert haben.

Die Pistolenschiessschule verblieb in ihrem Verband autonom und richtete sich danach aus, die Belange der Pistolensektionen zu unterstützen. Sie erkannte auch bald die Wichtigkeit einer gezielten Nachwuchsförderung, und setzte sich mit Erfolg für ein Nachwuchskonzept Pistole ein.

1983

Der Einfluss des Nachwuchs bewirkte, dass in den Sektionen vermehrt das 25 Meter Schiessen gepflegt wurde. Diese Sparte musste in das Ausbildungsprogramm der Schiessschule einbezogen werden. Die Schiessausbildung wurde daher in zwei Kurse aufgegliedert: der Schiesskurs 1: für Luftpistole 10 m, Ordonnanzpistole 25 m und Sportpistole 50 m. Der Schiesskurs 2: für Schnellfeuerpistole 10 m, Sportpistole Kleinkaliber 25 m, und Freipistole 50 m.

1984

Zusammen mit dem 25 Meter Schiessen sind auch die Anforderungen an die Wettkampfleiter gestiegen. Für diese Ausbildung wurde im Konzept der SPS ein Instruktorenkurs 2 geschaffen, der sich fast ausschliesslich mit den Regeln der UIT und Schiessleitung befasste.

1996

Anlässlich der Instruktorentagung in Olten feiert die SPS ihr 25-jähriges Bestehen.

Die SPS basiert heute auf einer gut funktionierenden Organisation mit 3 Schulen, die in den drei Landessprachen, der deutschen -, der französischen - und der italienischen Schweiz wirken.

Zusammenfassend wurden nach neuem SPS Konzept für die Sektionen über 1000 Instruktoren ausgebildet, davon haben sich über die Hälfte (573) als Sektions-, Kantons- oder Verbandsangehörige gemeldet und sich auch aktiv betätigt. Sie besitzen den Ausweis gültig bis in das Jahr 2000.

Auch nach dem Zusammenschluss der beiden Verbände SSV und SRPV zum Schweizerischen Schützenverband konnte sich die Schweizerische Pistolenschiessschule ihre Autonomität beibehalten, sie wurde der Abteilung Pistole SSV unterstellt.

Das neu erstellte Ausbildungskonzept SSV / SSSV wurde zusammen mit der SPS erarbeitet. Der zu Beginn gestellten Forderung: "..einer einheitlichen Ausbildung in den Sektionen, nach den bewährten Richtlinien der SPS..." stand für die Zukunft nichts im Wege, so dachten wir bei der SPS. Doch nach dem Zusammenschluss SSV mit dem SSSV wurde die SPS aus der Abteilung Pistole und die Abteilung Ausbildung versetzt, deren Spitze mit Gewehrschützen besetzt wurde.

2004

Die SPS musste zur Kenntnis nehmen, dass Exponenten der Abteilung Ausbildung sich äusserten, die SPS gebe es nicht mehr. Man sprach von Liquidation der SPS, schwächte es dann etwas ab auf Integration, was allerdings nur von kurzer Dauer so sein würde. Viele Pistolenschützen erwarteten von uns die Rettung der Pistolenschiessschule, das Einzige, was uns Pistolenschützen vom SRPV noch übrig blieb.

Im SSV wurde der Entschluss gefasst die dringend benötigten Finanzen umzulagern, die Ausbildung in die Hände der J+S Organisation zu legen, welche für den Verband fast kostenlos zur Verfügung steht. Die sich sehr gut bewährten Gewehr- und Pistolen-Schiessschulen wurden für das 2005 nicht mehr budgetiert. Das Aus! für die Pistolen-Schiessschule, welche 1971 im damaligen SRPV ge­gründet wurde?

4. November 2004

An diesem Abend wurde der Verein Schweizerische Pistolenschiessschule gegründet und die Gründungsurkunde sowie die Statuten unterzeichnet.

Am 9. November wurde zur konstituierenden Versammlung eingeladen, der Vorstand gewählt sowie die Statuten genehmigt und das weitere Vorgehen besprochen.

Die SPS macht weiter!

Die Gründung des Vereins am 4. November 2004, war für den Verband SSV ein provokatives Unterfangen, aber für die versierten Instruktoren der SPS ein Fortführen langjähriger Erfahrungen in der Ausbildung von Pistolenschützen aus den Vereinen der deutsch und französisch sprechenden Schweiz.

2009 - Nun sind fünf Jahre vergangen seit der Gründung des Vereins Pistolen-Schiessschule SPS. Dieser setzt auf die Grundideen mit der dreistufigen Ausbildung bis zum Vereinsinstruktor. Beginnend mit der Grundschulung, dem Schiesskurs 1, und dann der Komple­mentierung des Ausbildungsstoffes, dem Schiesskurs 2.

Die meisten Vereinsmitglieder, welche die Kurse besuchen, begnügen sich mit den neu vermittelten Kenntnissen der beiden Kurse, sie möchten sich persönlich weiterbilden und in Zukunft ihrem Stammverein nützlich sein mit ansprechbaren Resultaten in der Vereinskonkurrenz und in der Gruppen­meisterschaft.

Leider sind nur wenige Kursteilnehmer motiviert, das erlernte Wissen ihren Vereinskameraden weiter zu vermitteln. Diese wenigen Wissenshungrigen besuchen dann doch den Vereins-Instruktorenkurs, welcher den dreistufigen Ausbildungsstand der SPS abschliesst.

Die Absolventen der Instruktorenkurse wurden früher, im damaligen SRPV, zum "Instruktor 1" brevetiert. Im SSV dann umfunktioniert zum "Leiter" und dann zum "Trainer C". Heute ernennt die SPS die Absolventen des IK-V zum "Ver­eins-Instruktor", welche sehr gut ausgebildet sind und den Stammvereinen nützen.

Weiter werden Kurse im Schnellfeuerbereich, SK-S, und für die Präzisionsschützen ein Kurs SK-P angeboten. Speziell werden die LUPI-Schützen im Sektor Klappscheiben mit dem eintägigen SK-LP5 Kurs ausgebildet.

Die SPS entwickelte sich in den fünf Jahren zur vollen Zufriedenheit seiner Mitglieder.

Sie steht finanziell auf eigenen Füssen da und ist mit dem modernsten Ausbildungs-material ausgestattet (Leihpistolen und Hilfsmittel).

Der Verein umfasst heute (November 2009): 269 stützende Mitglieder, 38 spendable Gönner, 14 für uns wichtige Sponsoren und 12 organisierende Vorstandsmitglieder/ Instruktoren. Ein Total von 333 Personen und Firmen welche zur Idee stehen, dass die Ausbildung der Vereinsschützen gefördert werden muss.

Seit 2005 wurden 32 SPS-Kurse durchgeführt. Mit einem Total von 391 Kurs-Teilnehmern, davon wurden 21 zu Vereins-Instruktoren ausgebildet.

Wir möchten auch in Zukunft mögliche Kandidaten animieren, bei der SPS einen Kurs zu besuchen oder Mitglied zu werden um so den Weiterbestand zu gewährleisten.

Werden auch Sie Mitglied des Vereins (Jahresbeitrag CHF 30.- oder mehr) und profitieren Sie als Mitglied von den Preisreduktionen bei Kurskosten und Hilfs-mitteln.

Auf Beginn 2010 (Ende Mai) sind wir wiederum gewachsen: Die SPS unterstützen 278 Mitglieder, 40 Gönner, 19 Sponsoren, Aktuell sind es 355 Personen und Firmen inklusive Doppelmitglieder und Instruktoren.

Die Basiskurse der SPS, der Schiesskurs 1, vom SSV als Grundausbildung für den Lehrgang als "J&S-Leiter" akzeptiert.

Alle SSV-lizenzierten Kursteilnehmer werden aus der SPS dem Sekretariat der KZen Ausbildung gemeldet. Das KZen Ausbildung ist dafür besorgt, dass diese Kursteilnehmer in der VVA SSV als Grundausgebildet geführt werden.

Ab 2005 durften wir 187 Teilnehmer der deutschen Schweiz und 21 Teilnehmer der französischen Schweiz als Absolventen der Grundschulung der KZen Ausbildung SSV melden.

Auf Ende 2011, nach 8 Jahren eigenständigem Wirken in der Erwachsenenausbildung für Pistolenschützen, ist der Verein stetig gewachsen. Der Verein SPS wird gestützt von 285 Mitgliedern, 49 Gönner, 18 Sponsoren, 6 Ehrenmitgliedern, 6 Instruktoren und 7 Vorstandsmitgliedern. Total 371.

01.08.2012 / hvk