01.11.05
Vorbeugend der Überalterung in den Pistolensektionen
ist die Idee entstanden, durch gezielte Ausbildung das Pistolenschiessen attraktiver
und effizienter zu gestalten. Forderungen in diese Richtung kamen mehrheitlich
aus den Sektionen.
Um eine möglichst grosse Anzahl Sektionsmitglieder
nach einheitlichen und bewährten Richtlinien auszubilden, soll der Verband für
die Sektionen geeignete Pistolenschützen zu Instruktoren ausbilden. Er soll
auch in der Lage sein, alle Disziplinen und Stufen des sportlichen
Pistolenschiessens zu unterrichten: Doch im SRPV war niemand dazu in der Lage
1970
Zwei Mitglieder der Nationalmannschaft (Wulf Listenow
und Reiny Ruess) entschlossen sich, auf
rein privater Basis und ohne Auftrag eines Verbandes, eine
Pistolenschiessschule ins Leben zu rufen. Sie stellen einen Katalog von
Lektionen zusammen und teilten sich die Arbeit auf.
1971
Zum 50 jährigen Bestehen des Schweizerischen
Revolver- und Pistolenschützen Verbandes (SRPV) wurde ein Pilotschiesskurs in St. Moritz durchgeführt, an dem der
Präsident des SRPV, Roland Hirni als Kursteilnehmer teilnahm. Er war sehr
begeistert vom Schiesskurs und bot uns finanzielle Hilfe des SRPV an, die für
die Sekretariatskosten und ungedeckte Kosten der Kurse aufkommen sollte.
1972
Die Schweizerische Pistolen Schiessschule (SPS)
begann ihre Arbeit mit Ordonnanzpistolen Instruktor (OPI) Kursen, die während
einem 3-tägigen Kurs die Schützen ausbildete. Die Zielvorgabe war, dass diese
Instruktoren die einheitliche Ausbildung nach SPS-Richtlinien in die Sektionen
tragen, und dort ihrerseits die SPS Lektionen weitervermittelten.
1974
In der Zwischenzeit meldeten sich auch die
Matchschützenvereinigungen und der Schweizerische Matchschützenverband mit dem
Wunsch, man möchte auch Kurse in den internationalen Schiessdisziplinen
anbieten. Der erste Kurs wurde ausgeschrieben und war im nu ausgebucht. Der
5-tägige Kurs behandelte alle internationalen Programme, je eine Disziplin pro
Tag: Luftpistole, Freipistole, Standardpistole, Grosskaliberpistole und
olympisches Schnellfeuer.
Während der folgenden fünf Jahre wurden über 200
Instruktoren in der deutschen Schweiz, über 40 in der französischen Schweiz und
über 25 in der italienisch sprechenden Schweiz ausgebildet:
1978
Bis dahin wurde in den Vereinen nur
Ordonnanzpistole und sehr wenig Freipistole geschossen. Die Munitionskosten
stiegen jährlich und hatten die
Schmerzgrenze erreicht.
Die SPS war federführend bei der Einführung der
Sportpistole im Vereinsschiessen. Hans Willi, der neue Chef SPS bearbeitete den
Vorstand des SRPV und Reiny Ruess schrieb Artikel in die Schützenzeitung, um
die Pistolenschützen vom Vorteil der günstigeren Munition der Sportpistole
(SPK) zu überzeugen. Es hatte Früchte, die SPK wurde schon im Jahr darauf
eingeführt. Auch das von der SPS eingebrachte Postulat, für Damen und Junioren,
gemäss den internationalen Regeln, ein Abzuggewicht von 1000g zuzulassen fand
Zustimmung.
1979
Nach der revolutionären Einführung der Sportpistole
Kleinkaliber im schweizerischen Schiesswesen wurde das Kursangebot der SPS
überarbeitet und die Schiessausbildung von der Instruktorenausbildung getrennt.
Die Anwärter für die Instruktion wurden nun im neu erstellten Instruktorenkurs
(IK1), effizienter auf ihre kommenden Aufgaben vorbereitet. Alle Teilnehmer
mussten als Basis zuerst die Schiesskurse absolviert haben.
Die Pistolenschiessschule verblieb in ihrem Verband
autonom und richtete sich danach aus, die Belange der Pistolensektionen zu
unterstützen. Sie erkannte auch bald die Wichtigkeit einer gezielten
Nachwuchsförderung, und setzte sich mit Erfolg für ein Nachwuchskonzept Pistole
ein.
1983
Der Einfluss des Nachwuchs bewirkte, dass in den
Sektionen vermehrt das 25 Meter Schiessen gepflegt wurde. Diese Sparte musste
in das Ausbildungsprogramm der Schiessschule einbezogen werden. Die
Schiessausbildung wurde daher in zwei Kurse aufgegliedert: der Schiesskurs 1:
für Luftpistole 10 m, Ordonnanzpistole 25 m und Sportpistole 50 m. Der
Schiesskurs 2: für Schnellfeuerpistole 10 m, Sportpistole Kleinkaliber 25 m,
und Freipistole 50 m.
1984
Zusammen mit dem 25 Meter Schiessen sind auch die
Anforderungen an die Wettkampfleiter gestiegen. Für diese Ausbildung wurde im
Konzept der SPS ein Instruktorenkurs 2 geschaffen, der sich fast
ausschliesslich mit den Regeln der UIT und Schiessleitung befasste.
1996
Anlässlich der Instruktorentagung in Olten feiert
die SPS ihr 25-jähriges Bestehen.
Die SPS basiert heute auf einer gut
funktionierenden Organisation mit 3 Schulen, die in den drei Landessprachen,
der deutschen -, der französischen - und der italienischen Schweiz wirken.
Zusammenfassend wurden nach neuem SPS Konzept für
die Sektionen über 1000 Instruktoren ausgebildet, davon haben sich über die
Hälfte (573) als Sektions-, Kantons- oder Verbandsangehörige gemeldet und sich
auch aktiv betätigt. Sie besitzen den Ausweis gültig bis in das Jahr 2000.
Auch nach dem Zusammenschluss der beiden Verbände
SSV und SRPV zum Schweizerischen Schützenverband konnte sich die Schweizerische
Pistolenschiessschule ihre Autonomität beibehalten, sie wurde der Abteilung
Pistole SSV unterstellt.
Das neu erstellte Ausbildungskonzept SSV / SSSV
wurde zusammen mit der SPS erarbeitet. Der zu Beginn gestellten Forderung:
“..einer einheitlichen Ausbildung in den Sektionen, nach den bewährten
Richtlinien der SPS...” stand für die Zukunft nichts im Wege, so dachten wir
bei der SPS. Doch nach dem Zusammenschluss SSV mit dem SSSV wurde die SPS aus
der Abteilung Pistole und die Abteilung Ausbildung versetzt, deren Spitze mit
Gewehrschützen besetzt wurde.

2004
Die SPS musste zur Kenntnis nehmen, dass Exponenten
der Abteilung Ausbildung sich äusserten, die SPS gebe es nicht mehr. Man sprach
von Liquidation der SPS, schwächte es dann etwas ab auf Integration, was
allerdings nur von kurzer Dauer so sein würde. Viele Pistolenschützen
erwarteten von uns die Rettung der Pistolenschiessschule, das Einzige, was uns
Pistolenschützen vom SRPV noch übrig blieb.
4. November 2004
An diesem Abend wurde der Verein Schweizerische
Pistolenschiessschule gegründet und die Gründungsurkunde sowie die Statuten
unterzeichnet.
Am 9. November wurde zur konstituierenden Versammlung
eingeladen, der Vorstand gewählt sowie die Statuten genehmigt und das weitere
Vorgehen besprochen.
Anmeldungen für Schiesskurse werden wieder angenommen. Meldet Euch per E-Mail auf die Adresse: info@pistol-school.ch
Auch auf Aktiv- und Passivmitglieder sowie Sponsoren sind wir angewiesen. Anmeldungen über das entsprechende Formular auf der Home-Page im Menü “Mitglieder“